Magnetische Felder entstehen immer dann, wenn elektrische Ladungen in Bewegung sind. Dieses Online-Tool zeigt die Feldstärke für verschiedene Leitungsgeometrien und gibt die Werte gleichzeitig in Tesla, Millitesla, Mikrotesla und Gauss aus. Auf diese Weise sehen Sie sofort, wie stark das Feld in technisch relevanten Einheiten ist.
Warum das Thema wichtig ist
Im Alltag begegnen wir Magnetfeldern oft unbewusst. Sie sind die Grundlage für Elektromotoren, Generatoren, Relais, Lautsprecher und vieles mehr. Für Konstruktion und Sicherheit ist es wichtig zu wissen, welche Feldstärken an bestimmten Stellen auftreten und wie sich Leitungsform, Stromstärke und Anordnung darauf auswirken.
Grundlagen und Formeln
Für die wichtigsten, idealisierten Geometrien gilt jeweils eine kompakte Formel. Zuerst die Winkelgeschwindigkeit ist nicht nötig hier, da alle betrachteten Ausdrücke direkt mit Strom, Abstand und Geometrie arbeiten. Die magnetische Feldkonstante ist
$$
\mu_0 = 4\pi \cdot 10^{-7}\ \text{H/m}
$$
- Für einen langen, geraden Leiter gilt
$$
B = \frac{\mu_0 I}{2\pi r}
$$
- Für eine kreisförmige Stromschleife im Zentrum
$$
B = \frac{\mu_0 I}{2R}
$$
- Für einen langen Zylindersolenoid im Inneren
$$
B = \mu_0 \frac{N}{L} I
$$
Praxisbeispiele mit veränderten Zahlen
Die folgenden Beispiele wurden bewusst mit anderen Zahlen versehen als in Standardtexten, damit Sie die Rechenschritte leicht nachvollziehen und mit eigenen Messwerten vergleichen können.
Beispiel 1 — langer gerader Leiter
Gegeben ist ein Strom von sieben Ampere und ein Messpunkt in 1,5 Zentimeter Abstand vom Leiter. Die Berechnung ergibt für die magnetische Flussdichte
$$
B = \frac{4\pi\cdot10^{-7}\cdot 7}{2\pi\cdot 0{,}015} \approx 9{,}33\cdot10^{-5}\ \text{T}
$$
Das entspricht 0,0933 Millitesla, etwa 93,3 Mikrotesla und rund 0,933 Gauss. Man erkennt: nahe am Leiter sind die Felder deutlich spürbar, in grösserer Entfernung fallen sie mit 1 durch r ab.
Beispiel 2 — Kreisförmige Leiterschleife
Eine einzelne Schleife mit Strom vier Komma fünf Ampere und Radius acht Zentimeter erzeugt im Zentrum
$$
B = \frac{4\pi\cdot10^{-7}\cdot 4{,}5}{2\cdot 0{,}08} \approx 3{,}53\cdot10^{-5}\ \text{T}
$$
Dies sind ungefähr 35,3 Mikrotesla und 0,353 Gauss. Solche Werte treten in kleinen Induktionssensoren und in Spulen für Messzwecke auf.
Beispiel 3 — Solenoid
Ein dichter gewickelter Solenoid mit 1200 Windungen auf einer Länge von 45 Zentimeter führt bei Strom 1,8 Ampere zu
$$
n = \frac{1200}{0{,}45} \approx 2666{,}7\ \text{Windungen pro Meter}
$$
$$
B = 4\pi\cdot10^{-7}\cdot 2666{,}7\cdot 1{,}8 \approx 6{,}03\cdot10^{-3}\ \text{T}
$$
Dies sind etwa 6,03 Millitesla und circa 60,3 Gauss. In langen Solenoiden ist das Feld im Inneren weitgehend homogen, das ist Grundlage vieler elektromagnetischer Anwendungen.
Umrechnung und Einheiten
In technischen Texten begegnen mehrere Einheiten. Überblick
- 1 Tesla entspricht 1000 Millitesla, 1 000 000 Mikrotesla und 10 000 Gauss.
- 1 Millitesla entspricht 10 Gauss.
Messung und Fehlerquellen
Bei Messungen mit Magnetfeldsonden darauf achten, dass die Sensorausrichtung stimmt. Die Anzeige einer Hallsonde hängt von der Winkelposition ab. Abstandsmessung ist entscheidend, denn für den geraden Leiter fällt das Feld proportional zu 1 durch r ab. Ferner beeinflussen ferromagnetische Materialien wie Eisen oder Stahl die Feldverteilung stark. In der Nähe von Eisenkernen steigen die Feldstärken innen an und werden aussen gebündelt.
✍ Wenn Sie Feldstärken mit Simulationen vergleichen, prüfen Sie, ob Randbedingungen berücksichtigt wurden. Ein offener, kurzer Solenoid weicht deutlich vom Ideal ab. Ebenso verändern leitende Abschirmungen die Verteilung. Für präzise Anwendungen lohnt sich ein Abgleich mit einem Kalibrierlabor.
Anwendungen und technische Hinweise
Magnetische Felder sind die treibende Kraft in Elektromotoren und Generatoren. In Sensorik werden Spulen und Hall-Elemente eingesetzt, um Ströme oder Positionen zu messen. Bei Induktionsherden wird über wechselnde Felder Wärme in leitfähigen Pfannen erzeugt. Für Designaufgaben ist oft die Frage relevant, ob ein Luftspalt im Magnetkreis eingebracht werden soll. Ein Spalt reduziert die Kopplung, erlaubt aber genauen Flussflusssteuerung.
👉 Bei Wicklungen gilt: mehr Windungen und dichteres Wickeln erhöhen das Innere Feld, wobei Wicklungsdichte und Füllfaktor die reale Feldstärke begrenzen. Bei hohen Strömen ist die Erwärmung der Leitung ein limitierender Faktor. Durch Wahl geeigneter Leiterquerschnitte lässt sich die Verlustleistung reduzieren.
Sicherheit und Grenzwerte
Die natürliche Erdmagnetfeldstärke beträgt rund 50 Mikrotesla. Viele Alltagsgeräte erzeugen lokale Felder im Millitesla Bereich. Starke Felder im Bereich von Tesla kommen in klinischen MRT Anlagen vor und erfordern besondere Schutzmaßnahmen. Bei Planung von Geräten bedenken Sie Störwirkung auf magnetisch empfindliche Elektronik und mögliche Gefährdung von Menschen mit implantierten medizinischen Geräten.
Weiterführende Hinweise für Entwickler
Für Entwickler ist nützlich: Integrationsformeln wie das Biot-Savart-Gesetz erlauben die Berechnung beliebiger Leiterformen. Ampères Gesetz hilft bei symmetrischen Situationen, zum Beispiel zur Abschätzung des Feldes in Toroiden. Zur Abschätzung von Induktivitäten und Selbstinduktionen dienen diese Grundgrößen als Ausgangspunkt. Für komplexe Geometrien sind numerische Verfahren wie die Finite-Elemente-Methode empfehlenswert.

Der liefert schnelle, vergleichbare Werte für klassische Leitungsformen und hilft einzuschätzen, ob ein Feld für eine Anwendung ausreicht oder ob Abschirmung und konstruktive Änderungen notwendig sind. In Kombination mit Messungen und Simulationen steht ein verlässlicher Workflow für Konstruktion und Analyse zur Verfügung.
Empfohlene Literatur
- Elektromagnetische Felder, Grundlagen und Anwendungen
- Magnetfeldtechnik, Design und Praxis
- Elektromagnetische Verträglichkeit, Störungen vermeiden
- Elektrische Maschinen und Antriebe, Magnetische Grundlagen
- Induktive Systeme und Sensorik, Konstruktion und Messung






