Modulationstyp: AM
Dieser interaktive Simulator dient der Visualisierung und Analyse verschiedener Modulationen. Modulation bleibt der zentrale Schritt in der Informationsübertragung, dabei verändern sich Trägersignalparameter entsprechend dem Nutzsignal. Das Werkzeug erzeugt Wellenformen, zeigt Spektralhinweise und erlaubt numerische Auswertung.
📊 Der Rechner unterstützt amplitudenmodulation, frequenzmodulation, phasenmodulation, quadraturamplitudenmodulation und pulsweitenmodulation. Anwender steuern Trägerfrequenz, Modulationsfrequenz, Amplituden und Modulationsgrade. Ergebnisse erscheinen als Zeitverlauf, Konstellationsdiagramm und als Text mit Leistungswerten.
Amplitude Modulation, AM

Bei AM ändert sich die Amplitude des Trägers entsprechend dem Informationssignal, Frequenz und Phase bleiben konstant.
$$
s_{AM}(t)=A_c\bigl[1+
$$
$$
+ m\sin(2\pi f_m t)\bigr]\cos(2\pi f_c t)
$$
- A_c — Trägeramplitude
- m = A_m / A_c — Modulationsgrad
- f_c — Trägerfrequenz
- f_m — Modulationsfrequenz
Bei m größer als eins treten Verzerrungen auf. Praktischer Hinweis — halten Sie m unter 0.9 um Verzerrungen und Nebenbandeffekte zu vermeiden.
Frequency Modulation, FM

Bei FM verschiebt sich die momentane Frequenz des Trägers in Abhängigkeit vom Informationssignal, die Amplitude bleibt konstant.
$$
s_{FM}(t)=A_c\cos\bigl(2\pi f_c t+
$$
$$
+ \beta\sin(2\pi f_m t)\bigr)
$$
- Δf — maximale Frequenzabweichung
- β = Δf / f_m — Modulationsindex
Große β-Werte verbreitern das Spektrum. In der Praxis entscheidet die Bandbreite über mögliche Kanalfrequenzen und Störempfindlichkeit.
Phase Modulation, PM

Bei PM verschiebt sich die Phase des Trägers proportional zum Informationssignal, Amplitude und Grundfrequenz bleiben erhalten.
$$
s_{PM}(t)=A_c\cos\bigl(2\pi f_c t+
$$
$$
+ \phi_m\sin(2\pi f_m t)\bigr)
$$
- φ_m — maximale Phasenverschiebung
PM ist eng verwandt mit FM, praktische Demodulatoren können beide Varianten behandeln.
Quadraturamplitudenmodulation, QAM

QAM verbindet zwei amplitudenmodulierte Träger mit 90 Grad Phasenversatz, dadurch steigt die Informationsdichte pro Symbol. Wählbarer Modulationsordner M bestimmt die Konstellation.
- M — Ordnung, typisch 16, 64, 256
- baud — Symbolrate
Konstellationsdiagramme zeigen Punktverteilung und erlauben die visuelle Beurteilung von Abstand und Rauschanfälligkeit.
Pulsweitenmodulation, PWM

Bei PWM bleibt die Periodendauer konstant, die Impulsbreite ändert sich in Abhängigkeit vom Steuerwert. Der Füllfaktor D bestimmt die mittlere Ausgangsleistung.
$$
s_{PWM}(t)=\begin{cases}
A_c & 0\le t \bmod T < D\cdot T\\
0 & \text{sonst}
\end{cases}
$$
- T = 1/f_{PWM} — Periodendauer
- D — Duty Cycle, zwischen 0 und 1
Wichtige Kenngrößen und Formeln
- Modulationsgrad AM: m = A_m / A_c
- Trägerleistung AM: \(P_c = A_c^2 / 2\)
- Gesamtleistung AM: \(P_t = P_c\bigl(1 + m^2/2\bigr)\)
- Drehzahl zu Winkelgeschwindigkeit: \(\omega = 2\pi n / 60\)
Spektrale Seitenbänder bei AM treten bei f_c ± f_m auf. FM Spektrum wächst mit dem Modulationsindex β und verteilt die Leistung auf zahlreiche Nebenbänder.
Praktische Hinweise
- Für Messungen digitale Abtastrate mindestens zehn Mal höher als höchste Modulationsfrequenz wählen.
- Vor der Visualisierung antialiasing Filter einsetzen, um Verzerrungen zu vermeiden.
- Bei QAM hohe Symbolraten erfordern präzise Takt- und Phasenstabilität.
- Beim Einsatz in HF-Systemen auf Ausgangsleistung, Bündelungsgrad und zulässige Bandbreite achten.
Beispiele
Beispiel AM mit kleinem Modulationsgrad
- f_c = 1 400 Hz, f_m = 150 Hz, A_c = 1.2, A_m = 0.48
- m = 0.40, Trägerleistung P_c = 0.72, Gesamtleistung P_t ≈ 0.77
Beispiel FM mit deutlicher Abweichung
- f_c = 2 700 Hz, f_m = 180 Hz, Δf = 320 Hz
- β = 1.78, sichtbar breiteres Spektrum
Beispiel QAM Konstellation
- M = 64, baud = 2 Symbole pro Sekunde
- Konstellation mit 8 mal 8 Punkten zeigt Platzbedarf und Abstand
Tipps zur Interpretation
Achten Sie bei der Simulation auf Abstand der Punkte in der Konstellation — kleiner Abstand bedeutet höhere Fehlerwahrscheinlichkeit im Rauschen. Erhöhen Sie Amplitude oder reduzieren Sie Baudrate zur Verbesserung der Robustheit. Bei PWM ist der Mittelwert proportional zum Duty Cycle, zur Leistungsberechnung Mittelwert über eine Periode verwenden.
📈 Der Simulator eignet sich für Lehre, Versuchsanordnungen und Prototyping. Für reale Sender- und Empfängerkonzepte prüfen Sie zusätzlich Filter, Verstärkerlinearität und spektrale Emissionsgrenzen. Zur Messung im Labor empfiehlt sich der Einsatz von Spektrumanalysator und Vektor-Signal-Analysator, damit lassen sich Sideband-Level und Fehlervektorgrösse exakt bestimmen.
Der Modulationssimulator ermöglicht ein schnelles Verständnis von Wirkungsweise und Parametereinflüssen. Durch gezielte Variation der Parameter gewinnen Anwender Einblick in Bandbreite, Leistung und Störanfälligkeit. Ein fundiertes Verständnis unterstützt die praktische Auslegung von Funk- und Datenübertragungssystemen.
Weiterführende Literatur
- John G. Proakis — Digitale Kommunikation, deutsche Ausgabe
- Ulrich L. Rohde — Grundlagen der Nachrichtentechnik, Praxis und Anwendungen
- Bernhard P. Linder — Modulationstechnik und Signalübertragung
- Wolfgang R. Hein — Funktechnik und Signalverarbeitung, Einführung








