3D-Designtool zur Auslegung von Lautsprechersystemen

Höhe, mm
Breite, mm
Tiefe, mm
Wandstärke

Dieser kleine Rechner hilft, Akustikideen zügig zu prüfen und visuell zu begreifen. Er rechnet Innenvolumen, gibt eine Näherung für die tiefsten reproduzierbaren Frequenzen, schätzt das Gehäusegewicht und zeigt eine grobe Form der Frequenzantwort. Damit lässt sich beurteilen, ob eine Idee grob funktioniert oder nicht, ohne erst komplexe Simulationen laufen zu lassen. Für finale Feinanpassungen sind spezialisierte Tools und reale Thiele und Small Daten notwendig.

Wer profitiert davon

  • Hobbyisten, die eigene Lautsprecher bauen und schnell Varianten vergleichen wollen
  • Studierende und Einsteiger, die akustische Zusammenhänge anschaulich sehen möchten
  • Planer, die Volumen, Portabstimmung und grobe Basswirkung in Sekunden checken wollen

Arbeitsprinzip kompakt

  • Der Nutzer trägt Außenmaße und Materialstärke ein. Das Tool rechnet das Nettoinnenvolumen
  • Mit Treibern, deren Durchmesser und Nennleistung modelliert der Rechner die Beiträge von Tiefmitteltönern und Hochtönern zur gesamten Kurve
  • Die Wahl des Gehäusetyps geschlossen, Bassreflex oder offen verändert die Form der unteren Bandkante
  • In der 3D-Ansicht positionieren Sie Treiber und sehen sofort wie das Layout wirkt. Beim Export landet die Ansicht im Screenshot

Bedienung in wenigen Schritten

  1. Gehäusetyp wählen: geschlossen, Bassreflex oder offen
  2. Außenmaße eingeben: Tiefe, Breite, Höhe in Millimetern sowie Plattenstärke in Millimetern
  3. Treiber eintragen: Durchmesser und Nennleistung für Tiefmitteltöner und Hochtöner
  4. Ergebnis anschauen: Volumen, geschätzte Tieftonuntergrenze, Masse, und eine skizzierte Frequenzgangkurve
  5. Mit Änderungen experimentieren und mit Download-Funktion einen Screenshot inklusive 3D-Ansicht speichern

Was das Tool nicht liefert

  • Keine exakte T/S basierte Simulierung nach Thiele und Small
  • Keine Echtzeit Raummikroakustik oder stehende Wellen Berechnung
  • Kein detaillierter Port Q Berechnung mit Toleranzen für Flansch und Eintrittsklappe

Praktische Hinweise und Faustregeln

  • Größeres Volumen senkt die tiefste erreichbare Frequenz, gleichzeitig wird die Kontrolle über den Mittenton schwächer
  • Dicke Platten erhöhen die Steifigkeit und reduzieren Panelresonanzen, sie erhöhen aber die Masse
  • Bassreflex liefert mehr Pegel um die abgestimmte Frequenz, er verlangt aber exakte Abstimmung
  • Offene Varianten klingen natürlicher, liefern aber weniger Tiefbass
  • Tweeter oben, Mitteltöner mittig, Woofer unten ist eine solide Ausgangsanordnung für Phasen und Bündelung

Typische Materialwahl und Empfehlungen

Material Dicke in mm Kommentar
MDF 15 bis 25 Sehr steif, wenig Resonanz, weit verbreitet
Multiplex 12 bis 18 Gute Festigkeit, optisch ansprechend bei Beschichtung
Spanplatte 16 bis 22 Kostengünstig, anfälliger für Feuchtigkeit

Formeln, die im Hintergrund laufen

Innenvolumen

V = (L − 2 · t) · (W − 2 · t) · (H − 2 · t)

Alle Maße intern in Metern, Ausgabe zusätzlich in Litern als V_l = V · 1000

Massenabschätzung

Masse ≈ Oberfläche · t · ρ

Oberfläche berechnet als 2 · (L · W + L · H + W · H), t ist Plattenstärke in Metern, ρ die Dichte, typischer Wert für MDF 700 kg m−3

Vereinfachte Portlänge

L_port ≈ c² · S ÷ ((2 π · Fb)² · V)

c ist Schallgeschwindigkeit, S ist Portquerschnitt in Quadratmetern, Fb die gewünschte Abstimmfrequenz in Hertz, V das Volumen in Kubikmetern

✍ Diese Formel ist eine grobe Näherung und braucht Korrekturen für Einflüsse wie Endkorrektur und Flansch

Wie der Gehäusetyp die Kurve formt

  • Geschlossen, flacher Abfall, kontrollierter Bass ohne ausgeprägte Resonanz
  • Bassreflex, Bassboost nahe Fb, mehr subjektive Tiefe, kritische Abstimmung nötig
  • Offen, weniger Tiefbass, natürlicher oberer Bereich, gut bei Spezialanwendungen

Beispielrechnungen mit veränderten Zahlen

Beispiel Gehäuse

Außenmaße 360 mm Tiefe, 220 mm Breite, 420 mm Höhe, Plattenstärke 18 mm

Innenmaße ergeben etwa 0.036 m³ gleich 36 Liter netto

Beispiel Portlänge

Gewünschte Fb 45 Hz, Portquerschnitt 0.006 m², V 0.036 m³

Einsetzende Näherung liefert L_port ≈ 0.34 m, also rund 340 mm vor Korrektur

Beispiel Masse

Oberfläche berechnet 2 · (0.36 · 0.22 + 0.36 · 0.42 + 0.22 · 0.42) ≈ 0.65 m²

Masse bei t = 0.018 m und ρ = 700 kg m−3 ergibt ca. 8.2 kg

Tipps für den Prototypenbau

  • Baue Prototypen mit günstigen Platten und verstärke kritische Flächen mit Rippen
  • Nutze Dichtungen an den Stößen, eine undichte Kiste verändert Fb deutlich
  • Bei Bassreflex versuche verschiedene Portlängen in Messungen, simulation allein reicht selten
  • Messe mit Mikrofon und Sweep, vergleiche gemessene Kurve mit der groben Simulation

Export und Dokumentation

  • Die Download-Funktion erstellt einen Screenshot mit 3D-Ansicht und Resultattabelle
  • Dokumentiere Maße, Treiberdaten und Portgeometrie in einer Datei, das erleichtert spätere Anpassungen

Dieses Tool ist ein schneller Assistent zur Einschätzung von Volumen, Bassverhalten und Materialbedarf. Es ersetzt keine detaillierte T/S Simulation, bietet aber eine verlässliche Entscheidungsbasis in frühen Projektphasen. Nutze es für Ideenfindung, zur Abschätzung von Risiken und zur Planung von Prototypen.

Auslegung von Lautsprechersystemen

Empfohlene Literatur

  • Lautsprecher bauen leicht gemacht, Praxishandbuch für Hobby und Werkstatt
  • Akustik für Ingenieure, Grundlagen der Schallwandlung und Gehäusegestaltung
  • Boxenbau kompakt, Konstruktion, Simulation und Messmethoden
  • Praxis der Lautsprecherentwicklung, von Skizze bis zur Serienfertigung
Dipl.-Ing. Andreas Wagner
Dipl.-Ing. Andreas Wagner
Senior-Experte für Elektronik

Spezialisiert auf Schaltungsanalyse und HF-Technik mit über 30 Jahren Erfahrung. Andreas prüft die mathematische Präzision aller Elektronik-Tools bei RechnerLab.