Dieser Rechner hilft Ihnen, ein Gewächshaus zu dimensionieren, Materialmengen zu ermitteln und eine grobe Kostenabschätzung zu erstellen. In wenigen Eingaben erhalten Sie Fläche, Volumen, den Meterbedarf an Profilrohr, die geschätzte Masse des Rahmens sowie die Anzahl der Abdeckplatten. Ideal für jene, die eine funktionale Lösung suchen ohne tiefe Statikberechnungen.
Wozu das Tool taugt
- Fläche und Nutzvolumen ermitteln
- Metermengen von Profilrohr für Bögen, Streben und Pfosten berechnen
- Gewicht des Rahmens abschätzen und Materialkosten kalkulieren
- Benötigte Anzahl von Platten für Bedachung und Wände bestimmen
- Visuelle Vorschau und Ein-Zeichnung zum Projekt speichern
Welche Eingaben werden benötigt
- Abmessungen der Hülle, Länge und Breite in Metern, Traufenhöhe und Firsthöhe in Metern
- Typ der Konstruktion, wahlweise Bogen, Satteldach, Pult oder A-Rahmen
- Profilquerschnitt, Breite und Höhe in Millimeter, Wandstärke in Millimeter
- Schritt der Rahmen entlang der Länge in Metern
- Preis je Meter Profil und Preis je Quadratmeter Abdeckung
Ausgabe, das liefert der Rechner
- Grundfläche in m² und Umfang in Metern
- Volumen in m³
- Anzahl der Rahmen, Länge einer Rahmensektion
- Gesamtlänge Profil unterteilt in Bögen, Riegel und Pfosten
- Geschätzte Masse des Metallrahmens in kg
- Benötigte Anzahl Platten und Gesamtfläche der Abdeckung
- Rohkosten der Materialien

Kurz zu den Konstruktionstypen
Bogenhaus, leicht und effizient
Bogengewächshäuser zeichnen sich durch gleichmäßige Lastverteilung und einfache Montage aus. Für Bögen empfiehlt sich ein Profil, das sich gut biegen lässt, weil das Biegen Aufwand spart und stabile Bögen liefert. Bogenhäuser eignen sich besonders für Rankgewächse und bieten ein gleichmäßiges Lichtklima. Bei Regionen mit Schnee sollte der Bogenradius großzügig gewählt werden um Durchbiegen zu vermeiden.
Satteldach, praktisch und gut belüftbar
Das Satteldach erinnert an ein kleines Haus. Es ist praktisch wenn Sie Türen und Lüftung im Firstbereich planen. Steilere Traufen sorgen für schnellen Wasserabfluss und reduzieren Schneebelastung. Dieses System ist gut geeignet wenn Sie später feste Verglasung einsetzen wollen.
Pultdach, platzsparend und unaufwändig
Pultdächer sind ideal für Anbauten an bestehende Wände. Sie benötigen weniger Material und leiten Wasser in eine Richtung. Achten Sie auf die Aussteifung der hohen Seite, damit die Konstruktion bei Schnee nicht nachgibt.
A-Rahmen, robust und modular
A-Rahmen lassen sich aus gleichen Teilen bauen und sind robust ohne viele Schweißverbindungen. Durch die schräge Seitenwand ist die nutzbare Breite am Rand geringer. Das System eignet sich besonders für schmale Parzellen oder temporäre Lösungen.
Referenztabellen und Beispielwerte
Typische Abmessungen und Rahmenabstände
| Typ | Breite | Firsthöhe | Rahmenabstand |
|---|---|---|---|
| Kompaktes Bogenhaus | 2,5 bis 3,2 m | 2,0 bis 2,4 m | 0,45 bis 0,65 m |
| Mittelgroßes Bogenhaus | 3,5 bis 4,2 m | 2,4 bis 2,8 m | 0,55 bis 0,75 m |
| Satteldach | 3,5 bis 6,0 m | 2,2 bis 3,0 m | 0,6 bis 1,0 m |
| A-Rahmen | 2,2 bis 4,5 m | 2,0 bis 3,0 m | 0,6 bis 1,0 m |
Profilquerschnitte und grobe Massen
| Profil | Wandstärke | Querschnitt | Masse je m |
|---|---|---|---|
| 45 × 25 mm | 2,2 mm | 250 mm² | 1,96 kg / m |
| 65 × 45 mm | 2,8 mm | 540 mm² | 4,24 kg / m |
| 25 × 25 mm | 1,8 mm | 130 mm² | 1,02 kg / m |
Plattenformate und Abdeckfläche
| Material | Format | Fläche je Platte | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Stegplatten | 2,1 × 1,05 m | 2,205 m² | Standardmaß, wenig Schnittverlust |
| Massivpolycarbonat | 2,0 × 1,0 m | 2,0 m² | Gut für geringere Stöße |
| Glas | 1,6 × 1,0 m | 1,6 m² | Erfordert stabile Unterkonstruktion |
Rechenformeln, kurz und prüfbar
Grundfläche:
S = L × B
Perimeter:
P = 2·L + 2·B
Rahmenanzahl:
N = ⌊L / s⌋ + 1
Bogenlänge (Kreisbogensegment, falls Bogen verwendet):
R = (h² + (c/2)²) / (2·h)
θ = 2·arcsin((c/2) / R)
L_arc = R · θ
Gesamtprofil:
L_tot = L_arcs + L_riegel + L_pfosten
wobei z.B. L_riegel = n_riegel · L und L_pfosten = n_pfosten · l_pf
Masse des Rahmens:
m = L_tot · A_section · ρ
Abdeckung:
Für Bogenhaus
S_cover = L · L_arc
Für Satteldach
l_rafter = sqrt((B/2)² + rise²)
S_cover = 2 · l_rafter · L
L — Länge, B — Breite, s — Rahmenabstand, c — Chord (Bodenbreite des Bogensegments), h — Bogensprung (Aufwölbung), L_arc — Bogenlänge, L_arcs — Summe aller Bogenlängen, n_riegel — Anzahl Querträger, n_pfosten — Anzahl Pfosten, l_pf — Länge eines Pfostens, A_section — Querschnittsfläche Profil (m²), ρ — Materialdichte (kg/m³), rise — Firsthöhe − Traufenhöhe.
Praxisratgeber kurz
- 5 bis 10 Prozent Materialreserve einplanen für Verschnitt und Anpassungen
- Rahmenabstände nicht zu knapp wählen um Montageaufwand zu reduzieren
- Für Schneegebiete Radius der Bögen oder Dachneigung großzügig bemessen
- Bei Glas oder schweren Platten die Profilgröße erhöhen und Befestigungen verstärken
- Frühzeitig an Belüftung und Zugänge denken, das spart später Arbeit
Unterbau und Fundament
Ein einfacher Fundamentrost aus Betonplatten oder profilierte Bodenanker reichen für die meisten Hobbygewächshäuser. Auf schwerem oder frostempfindlichem Boden empfiehlt sich eine Streifenfundamentlösung oder frostfreie Sockel. Achten Sie auf eine leichte Neigung um Wasser abzuleiten und vermeiden Sie stehende Nässe am Rahmen.
Materialwahl und langfristige Kosten
Billige Folien sind attraktiv beim Budget, sie altern jedoch schneller und erfordern Ersatz. Stegplatten bieten ein gutes Verhältnis aus Lichtdurchlass und Isolierung. Glas ist langlebig, aber schwerer und teurer in der Montage. Berücksichtigen Sie Folgekosten und Arbeitsaufwand bei der Entscheidung.
Innenraumorganisation
Teilen Sie die Fläche in Pflegezonen und Wege. Regale entlang der Seiten sparen Platz und schaffen Arbeitsflächen. Bei intensivem Anbau lohnt sich die Installation von Tropfbewässerung und Zeitschaltuhren.
Wartung und Saisonbetrieb
Regelmäßige Kontrollen der Verschraubungen, Reinigung der Abdeckung und Schneeräumung verlängern die Lebensdauer. Im Herbst ist eine Inspektion sinnvoll um Beschädigungen zu erkennen bevor der Winter kommt.

Kurzfazit
Dieses Tool liefert alle praxisrelevanten Kennzahlen für die Planung Ihres Gewächshauses. Es ersetzt keine statische Nachrechnung durch einen Ingenieur, aber es ermöglicht fundierte Entscheidungen zur Größe, Materialwahl und Kostenplanung. Starten Sie mit Standardwerten, variieren Sie Breite und Rahmenabstand bis Sie ein sinnvolles Verhältnis zwischen Kosten und Nutzbarkeit finden.
Empfohlene Fachliteratur
- „Der praktische Gewächshausbauer“ von J. Müller
- „Gewächshausbau kompakt“ herausgegeben vom Gartenbau-Verlag
- „Garten, Klima, Gewächshaus“ von H. Schmidt
- „Polycarbonat und Glas in der Praxis“ Fachbuch Verlag








