Die Durchschlagspannung bezeichnet die minimale elektrische Spannung, bei der ein Isolierstoff seinen isolierenden Zustand verlässt und ein leitender Weg entsteht. Dieses Maß steht in direktem Zusammenhang mit der elektrischen Festigkeit des Materials. Der vorliegende Rechner wandelt Abstände in Kilovolt um und umgekehrt und liefert eine grafische Darstellung des Zusammenhanges.
Berechnungsformel für die Durchschlagspannung
Die Beziehung zwischen Durchschlagspannung U, Abstand d der Elektroden und der elektrischen Festigkeit E lässt sich kompakt schreiben:
U = E x d
Für die Bestimmung des notwendigen Abstands gilt die Umkehrformel:
d = U / E
Dabei steht U für die Durchschlagspannung in Kilovolt, d für den Abstand in Zentimetern und E für die elektrische Festigkeit in Kilovolt pro Zentimeter.
✍ Die elektrische Festigkeit eines Dielektrikums hängt von der stofflichen Zusammensetzung, der Temperatur, der Feuchte und dem Umgebungsdruck ab. Gase weisen gewöhnlich geringere Festigkeiten auf als Flüssigkeiten und feste Werkstoffe. Zusätzliche Effekte entstehen durch Oberflächenrauheit und scharfe Kanten, weil sich dort Feldspitzen bilden und lokale Feldstärken deutlich höher werden als im Mittelbereich.
Praktische Hinweise und Berechnungsbeispiele
Wählen Sie stets eine Sicherheitsreserve. Für Anlagen mit statischer Belastung empfiehlt sich ein Sicherheitsfaktor von mindestens zwei. Bei wechselnder Belastung erhöhen Sie diesen Wert. Beispiel 1, trockene Umgebung: Materialfestigkeit E gleich 3,2 Kilovolt je Zentimeter und anliegende Spannung U gleich 16 Kilovolt. Der erforderliche Abstand d ergibt sich als 16 geteilt durch 3,2 gleich 5 Zentimeter. Beispiel 2, Ölfüllung mit E gleich 1,8 Kilovolt je Zentimeter und gewünschter Abstand 4,5 Zentimeter ergibt eine zulässige Spannung U gleich 1,8 mal 4,5 gleich 8,1 Kilovolt.
Typische Werte der elektrischen Festigkeit
| Material oder Medium | Festigkeit E in kV pro mm | Beispielwert in kV pro cm |
|---|---|---|
| Trockene Luft | 0.032 | 0.32 |
| Feuchte Luft | 0.026 | 0.26 |
| Transformatoröl | 0.016 | 0.16 |
| Vakuum | 0.009 | 0.09 |
| Destilliertes Wasser | 0.075 | 0.75 |
| Polyvinylchlorid | 25 bis 45 | 250 bis 450 |
| Polyethylen | 22 bis 48 | 220 bis 480 |
| Gummi | 12 bis 28 | 120 bis 280 |
| PTFE Teflon | 55 bis 110 | 550 bis 1100 |
| Glimmer | 90 bis 210 | 900 bis 2100 |
Alterung, Geometrie und Fertigung
Langfristige Belastung, UV Strahlung, Temperaturwechsel und Feuchtigkeit schwächen Isolatoren. Fertigungsrückstände und Mikrokratzer erhöhen Leckstrom und beschleunigen Alterungsprozesse. Achten Sie auf glatte Kanten, ausreichende Radien und geeignete Oberflächenbehandlung. Rillen und Kerben vermeiden Sie durch gezielte Nachbearbeitung. Beim Entwurf berücksichtigen Sie Abstandszonen und definieren Isolationsabstände für Nennspannung und Überspannung.
Messung, Prüfung und Sicherheit
Zur Erprobung verwenden Sie geregelte Prüfspannungsquellen und messen Anstieg und Schwellenspannung. Dokumentieren Sie Prüfergebnisse und vergleichen Sie mit Normwerten. Legen Sie Grenzwerte so fest, dass im Fehlerfall Schutzmechanismen auslösen. Verwenden Sie Erdung, Ableitwiderstände und Überspannungsschutz, um personelle Gefahren und Bauteilschäden zu verhindern.

Wer die Durchschlagspannung und die elektrische Festigkeit beherrscht, kann sichere und belastbare elektrische Systeme planen. Nutzen Sie den Rechner für schnelle Umrechnungen zwischen Abstand und Spannung, prüfen Sie mit empirischen Messungen und legen Sie immer ausreichende Sicherheitsreserven an, um Ausfälle zu vermeiden.
Empfohlene Literatur
- Hans Zimmermann, Hochspannungs-technik und Isolierstoffkunde
- Elke Fischer, Elektrische Isolierstoffe in Theorie und Praxis
- Rainer Scholz, Grundlagen der Hochspannungstechnik








