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Wer mit LED-Panels arbeitet weiß, dass die einfache Annahme „eine LED braucht 20 mA“ oft zu kurz greift. In einem Matrixaufbau addieren sich Ströme pro Reihe und pro Spalte. Der Rechner hilft dabei, den Strom pro Schaltung zu bestimmen, die Versorgungsspannung zu planen und passende Widerstände sowie Leistungsklassen zu wählen. Gleichzeitig reduziert man Ausfallrisiken und Überhitzung. Ein gutes Werkzeug vereinfacht Planung und schützt vor teuren Fehlern.
💡 LED Vorwärtsspannung steht für die Spannung über der LED bei Nennstrom. LED Strom ist die Stromstärke durch eine einzelne LED. Matrixaufbau bedeutet, mehrere LEDs als Zeilen und Spalten zu verschalten. Beim Multiplexen wird nur jeweils eine Zeile oder Spalte aktiv betrieben, das reduziert Mittelstrom aber erhöht den Spitzenstrom in den getakteten Leiterzügen.
Wesentliche Formeln die der Rechner nutzt
Die wichtigsten Rechenregeln sind einfach und müssen sauber angewandt werden. Widerstand berechnet man nach der Regel R equals Vcc minus Vf geteilt durch I. Gesamtstrom einer Matrix ist Anzahl der LEDs mal Strom pro LED. Strom pro Reihe berechnet sich als Strom pro LED mal Anzahl der Spalten. Leistung im Widerstand lässt sich über P equals I hoch 2 mal R oder P equals V_R mal I berechnen. Diese Formeln sind die Basis jeder sicheren Dimensionierung.

LED-Matrix Berechnung praktisch erklärt
Bei einer LED-Matrix betrachtet man zwei typische Betriebsarten. Bei direkter Parallelverschaltung fließt der LED Strom durch jeden Zweig konstant. Bei Multiplexbetrieb wird jede Zeile oder Spalte in kurzen Impulsen angesteuert. Für die Dimensionierung des Netzteils und der Leiterbahnen ist in beiden Fällen wichtig, den effektiv auftretenden Strom abzuschätzen.
Formeln zusammengefasst
| Bezeichnung | Formel | Einheit |
|---|---|---|
| Widerstand pro LED | R = Vcc − Vf / I | Ohm |
| Gesamtanzahl LEDs | N = Zeilen × Spalten | Stück |
| Gesamtstrom | I_tot = N × I_LED | Ampere |
| Strom pro Zeile | I_row = I_LED × Spalten | Ampere |
| Leistung im Widerstand | P = I² × R | Watt |
Praktische Beispiele mit vollständigen Rechenschritten
Beispiel 1 zeigt einen klassischen Fall. Gegeben ist eine Matrix mit 8 Zeilen und 8 Spalten. Jede LED soll mit 20 mA betrieben werden. Versorgungsspannung ist 5 V. Typische Vorwärtsspannung einer roten LED liegt bei 2 V. Man benötigt zuerst die Anzahl der LEDs dann Gesamtstrom und schließlich den Widerstand pro LED.
- Schritt 1 Berechnen der Gesamtanzahl LEDs. 8 mal 8 ergibt 64 Stück.
- Schritt 2 Strom pro LED ist 20 mA. Gesamtstrom I_tot gleich 64 mal 20 mA ergibt 1280 mA also 1,28 A.
- Schritt 3 Widerstand pro LED mit R = Vcc minus Vf durch I. Vcc ist 5 V, Vf ist 2 V, Differenz 3 V. I in Ampere ist 0,02 A. R gleich 3 durch 0,02 ergibt 150 Ohm.
- Schritt 4 Leistung im Widerstand P gleich I² mal R ergibt 0,02² mal 150 gleich 0,06 W also 60 mW. Ein Standard 1 Viert Watt Widerstand ist ausreichend.
Beispiel 2 Multiplexbetrieb. Dieselbe 8×8 Matrix wird im 1 zu 8 Multiplex betrieben. Effektiver Mittelstrom pro LED reduziert sich um den Duty Cycle. Bei 20 mA Spitzenstrom pro LED beträgt der Mittelwert 20 mA geteilt durch 8, also 2,5 mA. Allerdings sind die Peaks in den Leiterbahnen höher. Für die Versorgung ist der Spitzenstrom pro Zeile wichtig.
- Schritt 1 Strom pro Zeile I_row ist 20 mA mal 8 ergibt 160 mA. Das heißt jede aktive Zeile muss 160 mA liefern während die anderen Zeilen aus sind.
- Schritt 2 Die Versorgung muss Pulsströme für die aktive Zeile liefern. Mittelstrom bleibt 1,28 A geteilt durch 8 kommt wieder 0,16 A. Netzteil und Leiterbahnen müssen beide Fälle verkraften.
Referenztabellen zur schnellen Orientierung
Die folgenden Tabellen helfen bei der Auswahl von LED Typen und beim Abschätzen von Temperatur und Leistung in Widerständen.
| Farbe | Typische Vorwärtsspannung Vf | Empfohlener Strombereich |
|---|---|---|
| Rot | 1,8 bis 2,2 V | 5 bis 30 mA |
| Grün | 2,0 bis 3,2 V | 5 bis 25 mA |
| Blau | 2,8 bis 3,6 V | 5 bis 25 mA |
| Weiß | 2,8 bis 3,6 V | 5 bis 30 mA |
| Infrarot | 1,2 bis 1,5 V | 10 bis 100 mA |
| Vcc Beispiel | Vf Beispiel | Strom | R berechnet | Leistung am Widerstand |
|---|---|---|---|---|
| 5 V | 2 V | 20 mA | 150 Ω | 0,06 W |
| 12 V | 3,2 V | 20 mA | 440 Ω | 0,176 W |
| 3,3 V | 2,0 V | 10 mA | 130 Ω | 0,013 W |
Tipps zur Praxis und Fehlervermeidung
Achten Sie darauf, Leiterbahnen für den maximal auftretenden Strom zu dimensionieren. Bei 1 Ampere fließen bereits nennenswerte Spannungsabfälle wenn die Leiterbahnen zu dünn sind. Verwenden Sie bei höheren Strömen Leiterbahnen auf der Platine mit ausreichender Breite oder fügen Sie Drahtbrücken ein. Wählen Sie Widerstände mit einer Leistungsreserve, mindestens das Doppelte der berechneten Verlustleistung. Nutzen Sie bei hoher Wärmeentwicklung Metallgehäuse oder Kühlkörper.

Beim Einsatz von Treiber-ICs oder Schieberegistern prüfen Sie die maximale Stromstärke pro Ausgang und die gemeinsame Verlustleistung. Bei größeren Matrizen ist es ratsam, Stromverteilung über mehrere Versorgungsleiter zu realisieren. Bei Multiplexbetrieb kontrollieren Sie die Logikpegel und Timing. Ein sauberer Treiber vermeidet sichtbares Flackern.
Praxisbeispiel Leiterbahn und Netzteil Dimensionierung
Angenommen eine 16 mal 8 Matrix mit 128 LEDs, 20 mA pro LED ergibt 2,56 A Gesamtstrom. Verteilen Sie die Stromversorgung nicht über eine einzige dünne Leiterbahn. Planen Sie mehrere Ein- und Ausgänge, verwenden Sie eine Leiterbahnbreite von mindestens 2,5 Millimeter auf der Platine bei 2,5 A auf kurzen Strecken. Für längere Wege ist Lötzinnauftragsbreite oder Drahtverlegung ratsam.
Zusammenfassung und Fazit
Der richtige Einsatz eines LED-Matrix- und LED-Modul-Rechners spart Zeit und vermeidet kostspielige Ausfälle. Mit den vorgestellten Formeln können Sie schnell Widerstände, Gesamtstrom und Leistungsanforderungen ermitteln und realistische Bauteilgrößen auswählen. Achten Sie auf Leiterbahnführung, Bauteilbelastung und Wärmeabfuhr. Wer die Regeln beachtet baut langlebige und sichere LED-Systeme.
Praktische Referenzen und weiterführende Tabellen
Zum schnellen Nachschlagen sind hier noch ein paar kompakte Tabellen die als Referenz dienen können. Nutzen Sie diese Werte als Ausgangspunkt und messen Sie die Vorwärtsspannung und Stromaufnahme mit echten Bauteilen vor der Serienproduktion.
| Parameter | Empfehlung | Kommentar |
|---|---|---|
| Reserve für Widerstandsspannung | 1 bis 3 V | Abhängig von Vcc und Vf, mehr Reserve vereinfacht Berechnung |
| Widerstandstoleranz | 1 bis 5 Prozent | Geringe Toleranz für konstante Helligkeit |
| Resistor Wattage | 0,25 bis 2 W | Je nach Leistung besser mehr Reserve wählen |
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